Geheimtipp: Mit der THG Quote 45km/h e-Roller und S-Pedelecs zum Nulltarif!

  • 2022-04-13
  • THG Quote Allgemein

Gerade jetzt, wo sich der Frühling in seiner vollen Pracht zeigt, hört man dieses leise Summen wieder öfters. Die Rede ist nicht von Bienen, welche fleißig umherschwirren und Pollen sammeln, sondern von den nicht-artverwandten Kleinkrafträdern. Zwar schwirren diese auch um Eisdielen umher, allerdings halten sie üblicherweise Abstand von der kalten Süßspeise. Trotzdem erweisen uns S-Pedelecs und Elektroroller einen großen Dienst und erfreuen sich daher immer größerer Beliebtheit. 


Daher erreichen uns auch immer häufiger Anfragen, ob es auch für diese Fahrzeuge eine THG-Prämie gibt und wenn ja, in welcher Höhe. Auch in den gängigen Elektroroller-Foren ist dies ein heiß-diskutiertes Thema. Daher haben wir uns entschlossen, der Thematik auf den Grund zu gehen und ein für alle Mal zu klären, ob auch für ein Zweirad der Klasse L1e/L1e-A die THG Prämie beantragt werden kann.


Die gute Nachricht vorab: Ja, für Kleinkrafträder bis 45km/h lässt sich ebenso die THG Quote zertifizieren und damit eine Prämie erzielen. Wir konnten bereits für einige erfreute Kunden den THG Antrag erfolgreich abwickeln und eine Prämie in Höhe von 350€ auszahlen. Ein echter Geheimtipp!


Allerdings wird für eine erfolgreiche Zertifizierung ebenso wie einem ePKW eine Zulassungsbescheinigung Teil 1, also der sogenannte Fahrzeugschein, benötigt. Aber jetzt noch mal ganz von vorne, wie wir auf diese Aussage kommen: 


In der Regel hat der umweltbewusste Fahrer von einem 45km/h Fahrrad oder eRoller lediglich ein kleines Versicherungskennzeichen und somit auch keinen Fahrzeugschein. Damit wären die formalen Bedingungen für den Prämien-Antrag leider nicht erfüllt. Nun existiert jedoch eine Möglichkeit, auch für ein Kleinkraftrad eine Prämie zu erhalten, das Zauberwort hierbei lautet: „Freiwillige Zulassung“.


Für eine freiwillige Zulassung benötigt die Zulassungsstelle folgende Unterlagen:

  • Personalausweis 
  • EVB-Nummer (diesen erhalten Sie von Ihrer Versicherung)
  • Betriebserlaubnis, ggf. Gutachten, Kaufvertrag


Kostenüberblick der freiwilligen Zulassung:

  • Einmalige Gebühren für den Zulassungsvorgang: ca. 40€
  • Kauf des Kennzeichens: ca. 15€
  • Versicherungsgebühren (jährlich): 1. Jahr ca. 65€, 2. Jahr ca. 45€, 3. Jahr ca. 20€ ...
  • Steuern werden für Kleinkrafträder nicht erhoben


Netterweise hat uns dann auch noch einer unserer ersten zertifizierten Kleinkraftrad-Kunden und stolzer Fahrer eines 45km/h E-max 110s Rollers folgende Auskunft erteilt:

Zulassung erfolgte auf Antrag gem. §3 Abs. 3 FZV. Verzicht auf Ausgabe HU Plakette gem. §29 Abs.1 StVZO. (Es bleibt ja ein Kleinkraftrad mit 45km/h - also kein TÜV notwendig). Dann bekam ich auf das Nummernschild die Zulassungsplakette sowie die Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) ausgehändigt. Auf der CoC wurde das Erstzulassungsdatum notiert und mit einem Stempel versehen. Dies ist nunmehr mein "Kfz. Brief". Bei der HUK Coburg zahle ich für den Leichtkraftroller als auch den Kleinkraftroller nach 3 Jahren jeweils 20,40 Euro Versicherung.


Somit wurden schlussendlich alle Weiteren Unklarheiten und Spekulationen aus dem Weg geräumt, sodass ab jetzt auch Sie für Ihr Kleinkraftrad die THG Prämie beantragen können. 


Und die beste Nachricht kommt zum Schluss, das Umweltbundesamt teilt die Höhe der THG Prämie nur auf drei unterschiedliche Fahrzeugklassen auf. M1 (PKW), N1 (Nutzfahrzeuge) und M3 (Busse). Alle weiteren Fahrzeugklassen, welche sich nicht eindeutig in eine der drei Klassen einordnen lassen, rutschen automatisch in die Klasse der PKWs (M1), was bedeutet, Sie erhalten für Ihr Kleinkraftrad dieselbe Prämie wie für Ihren PKW. 


Die geringen Anschaffungskosten eines Elektrorollers können somit mit etwas Geschick und Geduld komplett über die THG Prämie amortisiert werden.

Als Beispiel haben wir uns einen 45km/h Elektroroller von Netto ausgesucht. Dieser kostet (Stand 29.05.2022) schlappe 1.499€. Eine Finanzierung mit einer Laufzeit von 60 Monaten lässt sich beispielsweise mit einer monatlichen Rate von 25,43€ bzw. 305€ pro Jahr erzielen (Stand 29.05.2022). Somit bleiben sogar noch 45€ pro Jahr übrig, um die laufenden Kosten zu tilgen. Alternativ lässt sich der Elektroroller auch per Ratenkauf direkt bei Netto für 27,37€ beziehen. Übrigens: Selbst bei den aktuell hohen Stromkosten lässt sich ein E-Roller für weniger als 20€ auf 1500km bewegen.


*Über vereinzelte Ablehnungen der Anträge durch die Zulassungsbehörde wurden wir bereits von manchen Kunden informiert, sodass wir Ihnen empfehlen, sich vorab zur Sicherheit bei Ihrer Behörde über die genauen Voraussetzungen der freiwilligen Zulassung zu erkundigen. Letzten Endes aber ist die freiwillige Zulassung laut Gesetz (§3 Abs. 3 FZV) rechtsgültig und somit muss die Behörde Ihrem Antrag nachgehen.



Autorin: Petra Baumann

Beitragsbild © powerlane




5 Kommentar

  • Sven Westermann
  • 24 Tage

Hallo, also ich habe auch einen NIU Roller, Versicherungen habe ich bei einigen angefragt, war letztendlich nur bei der HUK-Coburg erfolgreich eine eVB Nummer bekommen. Kostet mich in den ersten Jahren zwar noch etwas mehr als die reine Roller Versicherung, aber mit der SF Klasse kommt man ja runter. Bei mir war jetzt heute auf der Zulassungsstelle das Problem dass man mir alle zwei Jahre TÜV von mir haben möchte. Ich hatte zwar einen online gefundenen Fahrzeugschein mit dem Zusatz "Befreit von HZ nach §29 Abs.1 StVZO" dabei, aber der war von 2018, da hieß es das wäre inzwischen nicht mehr möglich ohne TÜV. Kann mir da jemand der erfolgreicher war evtl. mit einem Foto von 2022 weiterhelfen? Gruß Sven

  • Harald Birkner
  • etwa ein Monat

Alles problemlos über die Bühne gegangen ! Anmeldung mit evb , COC, Rechnung , FIN Bestätigung beim TÜV (11 € ) Sogar ein E- Kennzeichen bekommen . Versicherung HUK 24 18,50 Haftpflicht SF 3 .

  • Thomas Sieben
  • etwa 2 Monate

Achtung: die HUK will mehr als 400 EUR für das erste Versicherungsjahr bei einem Fahrer unter 18 Jahren. Nur weil man ein anderes Kennzeichen hat! Hat jemand einen Versicherungstipp?

  • Andreas Daniel
  • etwa 2 Monate

Hallo in die Runde, ich bin wahrscheinlich einer die wenigen, die für ihren 45 km/h E-Roller auch einen Kfz-Brief (!) auf der Zulassungsstelle bekommen und bezahlen musste. Ebenso musste ich das Moped auf einem Hänger zur Zulassungsstelle bringen, da der Sachbearbeiter in Augenschein nehmen musste, ob denn die Fahrgestellnummer mit der COC übereinstimmt. Ebenso müsste ich mein E-Kennzeichen, welches ich mir im Überschwang schon besorgt hatte vernichten, da gemäß irgendeiner Verordnung (die der Herr auswendig wusste) bei Fahrzeugen bis 50ccm kein E-Kennzeichen zulässig ist. Versicherung war kein Problem, zahle mit TK ohne SB 42€ im Jahr. Auch der eingescannte Fahrzeugs Hein wurde von elektrovorteil.de ohne Probleme akzeptiert

  • Hermann Kratt
  • etwa 2 Monate

Habe meinen Elektro-Kabinenroller "Trixi 3.3, bei der Huk Coburg versichert ! Alles ohne Probleme. MfG Hermann Kratt