THG-Reform 2026: Bleibt die Prämie jetzt hoch oder fällt sie wieder?

  • 2026-04-28
Auto an der Ladesäule

Die THG-Prämien sind aktuell wieder deutlich attraktiver. Viele E-Auto-Fahrer fragen sich deshalb: Soll ich meine THG-Prämie jetzt sichern oder lieber warten?

Die ehrliche Antwort: Die Chancen auf gute Prämien sind besser geworden. Garantiert ist das hohe Niveau aber nicht.


Der wichtigste Grund ist das neue THG-Quotengesetz. Der Bundestag hat die Reform am 23. April 2026 beschlossen. Damit ist ein entscheidender Schritt getan, um den THG-Markt zu stabilisieren. Für E-Auto-Fahrer ist das grundsätzlich positiv. Denn ein stabilerer Markt kann auch stabilere Prämien bedeuten.



Warum ist das neue Gesetz wichtig?

Die THG-Prämie entsteht, weil Unternehmen, die Benzin und Diesel verkaufen, gesetzlich CO₂ einsparen müssen. Wenn sie das nicht ausreichend selbst schaffen, kaufen sie THG-Quoten ein. Diese Quoten können unter anderem durch den Ladestrom von Elektroautos entstehen. Deshalb können E-Auto-Fahrer ihre THG-Quote verkaufen und dafür eine Prämie erhalten.


In den letzten Jahren war der Markt aber stark unter Druck. Es kamen zu viele Zertifikate in den Markt. Ein Teil davon war fragwürdig oder stammte aus schwer überprüfbaren Quellen. Die Folge: Das Angebot war hoch, das Vertrauen niedrig, die Preise fielen. Und mit ihnen sanken auch die Prämien für E-Auto-Fahrer.


Die neue Reform soll genau hier ansetzen. Sie soll den Markt sauberer machen, Betrug erschweren und dafür sorgen, dass wieder mehr echte THG-Quoten gebraucht werden.



Warum steigen die Prämien gerade?

Der Markt reagiert auf die neue politische Richtung. Viele Marktteilnehmer erwarten, dass THG-Quoten künftig wieder knapper und wertvoller werden. Wenn Unternehmen mehr Quoten brauchen und gleichzeitig weniger fragwürdige Zertifikate in den Markt kommen, kann das die Preise stützen. Das ist der Grund, warum die Prämien aktuell wieder höher sind.


Wichtig ist aber: Die aktuellen Prämien beruhen nicht nur auf Fakten, sondern auch auf Erwartungen. Der Markt preist ein, dass die Reform wirkt.



Heißt das: Die Prämien bleiben hoch?

Nicht automatisch. Das Gesetz ist ein starkes Signal. Es verbessert die Aussichten für 2026 deutlich. Aber nicht alle wichtigen Regeln greifen sofort. Einige Änderungen helfen bereits 2026. Andere Maßnahmen, vor allem strengere Kontrollen gegen Betrug und der Ausschluss bestimmter problematischer Biokraftstoffe, kommen erst 2027. Genau diese Punkte sind aber wichtig, damit der Markt langfristig stabiler wird.


Deshalb bleibt 2026 ein Übergangsjahr. Die Prämien können höher bleiben. Sie können aber auch wieder fallen, wenn Unsicherheit entsteht oder zu viele Zertifikate auf den Markt kommen.



Warum ist 2027 so wichtig?

2027 wird zum entscheidenden Jahr. Dann sollen die strengeren Kontrollen greifen. Außerdem sollen bestimmte problematische Mengen nicht mehr angerechnet werden. Dadurch könnte der Markt deutlich robuster werden.


Gleichzeitig können aber auch alte Quotenmengen wieder in den Markt kommen. Wenn zu viele davon gleichzeitig verkauft werden, kann das die Preise erneut drücken. Das neue Gesetz soll genau diesen Effekt abfedern. Ob das gelingt, hängt von der Umsetzung ab.



Sollte ich meine THG-Prämie jetzt sichern?

Wer aktuell eine gute THG-Prämie angeboten bekommt, sollte sie ernst nehmen. Natürlich kann der Markt weiter steigen. Dafür gibt es jetzt bessere Argumente als noch vor wenigen Wochen. Aber es gibt keine Garantie. Die THG-Prämie hängt weiter stark von politischen Entscheidungen, Marktstimmung und Angebot ab.



Für viele E-Auto-Fahrer gilt deshalb: Eine gute sichere Prämie kann sinnvoller sein als die Hoffnung auf eine vielleicht noch höhere Auszahlung später.



Fazit

Der Bundestagsbeschluss zur THG-Quote ist ein gutes Signal für E-Auto-Fahrer. Die Reform kann den Markt stabilisieren und die Prämien stützen. Trotzdem bleibt 2026 ein Übergangsjahr. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen Betrug greifen erst 2027. Deshalb sind die aktuellen Prämien besser begründet als zuletzt, aber nicht garantiert.



Wer jetzt eine attraktive THG-Prämie bekommt, sollte nicht automatisch auf noch höhere Auszahlungen warten. Die Chance ist da, aber das Risiko bleibt.